Neuer Autismus Lehrgang ab Herbst 2018

Salzburg

"Autismus verstehen lernen" ist das zentrale Thema des Lehrgangs.

Mit ihren Besonderheiten in der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung stoßen Menschen mit Autismus im Alltag immer wieder an ihre Grenzen. Ihr Kontaktverhalten und die soziale Interaktion, oftmals auch ihre Motorik, sind für Personen in ihrer Umgebung schwer nachvollziehbar. Sie haben besondere Bedürfnisse, die es zu berücksichtigen gilt, um jenen Rahmen zu schaffen, in dem sie bestmöglich begleitet werden können. Das Diakoniewerk will Bewusstsein für die tiefgreifende Entwicklungsstörung schaffen und Menschen im täglichen Umgang mit Autismus die notwendige Fachkompetenz vermitteln. 

Das Diakoniewerk begleitet seit vielen Jahren Menschen mit Autismus mittels Beratung, frühkindlicher Förderung und therapeutischen Angeboten, sowie Angeboten in den Bereichen Bildung (Kindergarten und Hort), Arbeit und Wohnen. Diese langjährige Erfahrung spiegelt sich in der fachkundigen, individuellen Begleitung, aber auch in der kritischen, konzeptgeleiteten Reflexion der Arbeit wieder. Aus diesem Grund war es auch naheliegend, einen eigenen Lehrgang über die Diakonie Akademie dafür anzubieten, der darauf abzielt, Fachpersonal im Umgang mit Autismus zu stärken und ihnen die notwendige Fachkompetenz zu vermitteln.

Die Diakonie Akademie baut diesen Lehrgang auf dem TEACCH-Ansatz auf.  Dieses Förderprogramm wurde bereits Ende der 60er Jahre von Dr. Eric Schopler in Amerika entwickelt und ist eines der erfolgreichsten für Menschen mit Autismus‐Spektrum‐Störung weltweit. In diesem Lehrgang werden in acht Modulen die theoretischen Konzepte, Inhalte und Methoden des TEACCH Ansatzes umfassend erarbeitet, diagnostische Instrumente vorgestellt und in der praktischen Anwendung geübt.

Wir haben bei Mag.a Patricia Weihbold, Lehrgangsleiterin nachgefragt, welche positive Bilanz nach dem ersten Lehrgang gezogen werden kann.

Was ist das Besondere an diesem Lehrgang? Was unterscheidet ihn von anderen Lehrgängen/Seminaren zum Thema Autismus?

Im Rahmen dieses Lehrgangs erhalten die TeilnehmerInnen nicht nur Einblicke in die Bedürfnisse, Besonderheiten und (Alltags-)Schwierigkeiten von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), sondern setzten sich auch gezielt mit der Förderung und Begleitung nach  TEACCH Ansatz (welcher weltweit zu den anerkannten, autismusspezifischen Fördermethoden zählt) sehr theoretisch und praktisch (konkrete Arbeit mit Betroffenen) auseinander, um Menschen mit ASS im Alltag bestmöglich begleiten, fördern und unterstützen zu können.

Warum sollten Mitarbeitende, die Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung begleiten, diesen Lehrgang besuchen?

Da die „herkömmliche Pädagogik“ oftmals im Umgang und in der Begleitung/Förderung von Menschen mit ASS an ihre Grenzen stößt, besteht dringender Bedarf an „fachlich gut ausgebildetem“ Fachpersonal, umso dem steigenden Bedarf an autismusspezifischer Unterstützung in den Bereichen: Frühförderung, Kindergarten, Schule, Wohnen und Arbeitswelt gerecht zu werden.


Welche Erfahrungen machen die KursteilnehmerInnen rückblickend?

Das zentrale Thema der gesamten Weiterbildung ist, dass man „Autismus verstehen lernt“. Man erhält wertvolle Ideen, Anregungen für seine Arbeit und erlernt praktisches Handwerkszeug für den Berufsalltag mit Menschen mit ASS oder ähnlichen Beeinträchtigung. Der Lehrgang ist auf einem fachlich sehr hohen Niveau aufgebaut und lässt praxisbezogene Elemente miteinfließen.


Wann startet der nächste Lehrgang?

Der nächste Lehrgang startet im Herbst 2018 in der Schweiz (Kontakt: Autismushilfe Ostschweiz, Sankt Gallen). Weitere Lehrgänge in Wien/Oberösterreich (Kontakt: Caritas Linz), Salzburg (Kontakt: Diakoniewerk) und Vorarlberg (Kontakt: Autismushilfe Vorarlberg) sind derzeit in Planung
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