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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

19.05.2016

Welttag der kulturellen Vielfalt – 21. Mai

Die Kinder besuchen sakrale Gebäude im Rahmen des multiethnischen Kooperationsprojektes

Seit 2002 führt das Diakoniewerk den Kindergarten „Sunčani most“ – übersetzt „Sonnenscheinbrücke“ – und fördert, dass Kinder vorurteilsfrei miteinander spielen und voneinander lernen. Mehr als 500 Kinder aller ethnischen Gruppen, mit und ohne Behinderung und unterschiedlicher sozialer Herkunft, wurden seit der Gründung bereits betreut. Engagierte bosniakische, kroatische und serbische Kin­dergärtnerinnen bemühen sich tagtäglich Vorurteile gegenüber Kindern mit Behinderung und kulturelle, religiöse und sprachliche Unterschiede zu überwinden.

Die Kindergärtnerinnen selbst vertreten drei Religionen. Als Katholikinnen, Musliminnen und serbisch-orthodoxe Mitarbeiterinnen gestalten sie den Kindergartenalltag. Ob Weihnachten (katholisch und serbisch-orthodox), Bajram (Kurban Bajram und Ramazan Bajram - Opferfest und Zuckerfest) oder Ostern (katholisch und serbisch-orthodox), alle religiösen Feste werden gefeiert. Die Eltern sind bei Festen und Ausflügen alle gleichermaßen eingeladen und mit dabei - auch so finden Versöhnung und Annäherung statt.

In Bosnien-Herzegowina selbst sind die Bildungseinrichtungen ethnisch segregiert, also Schulen für Kroaten (Katholiken) und Schulen für Bosniaken (Muslime). Die Stadt Mostar selbst ist seit dem Krieg ethnisch segregiert und obwohl sich der Kindergarten im muslimischen Stadtteil befindet, ist „Sunčani most“  bewusst ethnisch gemischt. Kinderbücher sowohl in kyrillischer als auch lateinischer Schrift werden von den Pädagoginnen genauso eingesetzt wie auch unterschiedliche religiöse Lieder gesungen werden.

2014 erhielt das Diakoniewerk dafür den von Außenminister Sebastian Kurz ausgeschriebenen und mit 10.000 EUR dotierten Hauptpreis des Intercultural Achievement Awards. Mit diesem Preis werden Non-Profit Organisationen sowie impulsgebende Projekte aus aller Welt, die den interkulturellen Dialog fördern, ausgezeichnet.

Die Arbeit des Diakoniewerks in Mostar ist ein Balanceakt zwischen der Notwendigkeit und dem Wunsch hier Schritte in Richtung Interkulturalität und Inklusion zu gehen und der mühsamen Absicherung der finanziellen Mittel zum Erhalt des Kindergartens. Finanziert wird der Kindergarten aus Elternbeiträgen, regelmäßigen finanziellen Zuwendungen der Stadt Mostar und zu einem großen Teil aus Spenden. Die finanzielle Situation ist nach wie vor angespannt und stellt für das Diakoniewerk auch noch für die nächsten Jahre eine ökonomische Herausforderung dar.

Mit dem Erfolgsmodell „Sunčani most“ in Mostar hat das Diakoniewerk den Grundstein für einen zweiten multiethnischen, integrativen Kindergarten gelegt: Gemeinsam mit der Stadt Livno im Kanton 10 im Westen Bosnien-Herzegowinas wird derzeit intensiv daran gearbeitet, im Herbst 2016 einen weiteren „Brücken bauenden Kindergarten“ zu eröffnen.

Fotos: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei

Bild 1: Die Kinder besuchen sakrale Gebäude im Rahmen des multiethnischen Kooperationsprojektes

Bild 2: Im Spiel sind alle gleich – so das täglich gelebte Motto im Kindergarten Sunčani most.


Die Kinder besuchen sakrale Gebäude im Rahmen des multiethnischen Kooperationsprojektes Im Spiel sind alle gleich – so das täglich gelebte Motto im Kindergarten Sunčani most.