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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

02.08.2016

Sozialbudget-Debatte in Oberösterreich

Die aktuelle Debatte rund um das Sozialbudget beschränkt sich auf eine Diskussion um Kosten und mögliche strukturelle Schwächen. Vergessen wird, was bereits reformiert wurde, was seit 2015 in Umsetzung ist und welche Konsequenzen es für die betroffenen Menschen haben mag.

Als Diakoniewerk erbringen wir  für das Land OÖ. Dienstleistungen für Menschen, die nach dem Chancengleichheitsgesetz (CHG) ein gesetzliches Recht auf diese Leistungen haben. Es geht dabei um professionelle Unterstützung von Menschen, damit sie ihr Leben möglichst selbstbestimmt und normal leben können und damit, in ihrer Würde bewahrt bleiben.

Die stufenweise Leistungspreisreduktion von 11% bis Anfang 2020, die schon 2010 begonnen hat, wird durch Optimierungs- aber auch durch Einsparungsmaßnahmen ausgeglichen. Das bedeutet jetzt schon Einschränkungen in der Begleitung der betroffenen Menschen die gerade noch bewältigbar sind. Den damit reduzierten Betreuungsschlüssel, sprich Personalschlüssel müssen die Mitarbeitenden im Sozialbereich durch Mehrbelastung ausgleichen.

Weitere Reduktionen bedeuten für die Menschen, die von sozialen Dienstleistungen abhängig sind, einen Qualitätsverlust und für die Mitarbeitenden in den Sozialberufen, die diese anspruchsvolle und herausfordernde Arbeit leisten, erschwerte und zunehmend unattraktive Bedingungen.

Die auf Begleitung, Betreuung oder Pflege angewiesenen Menschen müssen im Blick bleiben. Sie dürfen nicht auf „gestrige“ Versorgungsmodelle, wie dem von „warm, satt und sauber“, zurückgeworfen werden. Es gilt die Würde der Betroffenen zu bewahren. Dies ist uns als soziale Träger mit der stetigen Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen in den letzten Jahrzehnten, gut gelungen. Aufgrund der Entwicklungen der letzten 30 Jahre haben Menschen mit Behinderungen endlich Chance auf Teilhabe. Wer kann wollen, dass ihnen diese Chance wieder genommen wird?