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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

20.09.2016

Auf dem Weg zur demenzfreundlichen Gemeinde

Mit dem Anstieg der Lebenserwartung nimmt auch die Zahl von Menschen mit Demenz zu. Für Österreich geht man aktuell von 130.000 Personen aus, die mit Demenz leben. In 15 Jahren werden es in etwa doppelt so viele sein. Immer mehr Gemeinden oder Stadtviertel und Bezirke machen sich daher auch in Österreich auf den Weg hin zu demenzfreundlichen Nachbarschaften. Das Diakoniewerk ist dabei aktiver Partner.

GALLNEUKIRCHEN. Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September rückt das Diakoniewerk  die „demenzfreundliche Gemeinde“ und ihre Fortschritte in den Mittelpunkt. Seinen Ursprung hat die Idee von „demenzfreundlichen Gemeinden“ in Schottland. Ziel ist, Gemeinwesen so zu gestalten, dass es sich für Menschen mit Demenz dort gut leben lässt. Im Allgemeinen geht es darum, dass Menschen so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt leben können - einkaufen, Zeit mit Familie und Freunden verbringen, einem Hobby nachgehen, auf Urlaub fahren - alles, was auch vor der Diagnose selbstverständlich war, sollte möglichst lange aufrecht erhalten werden. Menschen mit Demenz wollen wie jedes andere Mitglied der Gesellschaft dazu gehören. Dazu sind Wissen und Verständnis für Demenz und die Bedürfnisse der Betroffenen erforderlich. Wenn die Umwelt so gestaltet ist, dass sie Orientierung und Sicherheit gibt, ist es für Menschen mit Demenz einfacher, ihren alltäglichen Aktivitäten länger eigenständig nachzugehen.

„Die Enttabuisierung des Themas Demenz und damit die umfassende Sensibilisierung der Bevölkerung für die Anliegen der Betroffenen und ihrer Angehörigen ist uns ein großes Anliegen. Menschen mit Demenz verlieren nicht ihre Würde und dürfen nicht auf ihr Krankheitsbild reduziert werden. Es ist alles zu tun, damit sie in der Mitte der Gesellschaft ihren Platz finden und behalten“, betont Mag. Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerkes.

„Es müssen ganz konkrete Initiativen gesetzt werden, die eine veränderte Wahrnehmung, einen veränderten Umgang sowie ein verändertes Handeln mit Blick auf Demenz sicherstellen. Und das unbedingt unter Einbindung der Betroffenen“, unterstreicht Mag. Dr. Daniela Palk, Leitung Kompetenzmanagement Seniorenarbeit im Diakoniewerk.

Diakoniewerk gestaltet aktiv mit
Angeregt durch viele Initiativen in England oder Deutschland setzen in Österreich nun mittlerweile auch Bezirke oder Gemeinden die Ziele demenzfreundlicher Gemeinwesen um. Das Diakoniewerk ist dabei aktiver Partner.
So sind die Hausgemeinschaften Erdbergstraße des Diakoniewerkes in Wien Mitglied im Netzwerk „Demenzfreundlicher 3. Bezirk“, das sich gemeinsam mit der Caritas Socialis und 17 weiteren Partnern für eine Enttabuisierung von Demenz einsetzt und das Leben von Betroffenen im 3. Wiener Gemeindebezirk so gestalten möchte, dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten bleibt und Inklusion ermöglicht wird.

In Salzburg ist das Diakoniewerk Partner der städtischen Initiative für ein „Demenzfreundliches Salzburg“ und in der Plattform gestaltend vertreten. Unter www.konfetti-im-kopf.at - Demenz berührt mit vielen Gesichtern – finden Interessierte Wissenswertes zum Thema. Und auch mit der Demenzberatung in Salzburg  will das Diakoniewerk die notwendige Beratung, Entlastung und vielfältige Begleitung anbieten – mit dem vorrangigen Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihrer betreuenden und pflegenden Angehörigen zu verbessern. Zum Thema „Demenz und Gefühle“ lädt das Diakoniewerk deshalb auch am Welt-Alzheimertag zu einem Puppenspiel mit Sabine Falk und einem Vortrag von Demenzexperte Ernst Viertler ein. (21.9., 19 Uhr, Diakoniewerk Salzburg)

In Graz widmet sich das Diakoniewerk dem Thema „Menschen mit Demenz: Lebensfreude und Glaube“ und veranstaltet am Welt-Alzheimertag zum Start der Initiative einen ökumenischen Gottesdienst unter dem Titel „Das Leben ist schön!“ gemeinsam mit den Tagesgästen, Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses am Ruckerlberg (21.9., 15 Uhr, Haus am Ruckerlberg)

In Oberösterreich veranstaltet das Haus für Senioren Mauerkirchen ganz im Sinne der demenzfreundlichen Gemeinde einen Workshop, der für das Thema Demenz sensibilisieren und das nötige Wissen im Umgang mit betroffenen Personen – in Geschäften, Banken, Gemeinden etc. – vermittelt. (21.9., 15 – 18 Uhr)

Im Haus für Senioren Wels findet ein Fachvortrag „Herz über Kopf – Menschen mit Demenz begleiten. Gefühle zeigen den Weg“ statt. (16.9., 15 Uhr)

Zu einem Tag der offenen Tür und zu Bewegung und Tanz – ganz im Zeichen von sozialer Teilhabe und Begegnung - lädt das Haus Elisabeth. (21.9., 14 – 16 Uhr)

Alle Termine finden Sie auch auf www.diakoniewerk.at oder unter www.demenzinfo.at.

Weiterer Veranstaltungshinweis:
Demenzdialog 2016
Das Diakoniewerk referiert im Rahmen des Demenzdialogs am 13.10.2016 in der Kardinal-König-Akademie in Wien.
Thema: Wohnen & Inklusion aus den Perspektiven von Langzeitpflege und Behindertenarbeit

Bild:
Bild: Diakoniewerk/Abdruck honorarfrei.

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
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Mobil 0664 220 16 25
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