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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

11.11.2016

Bethanien, ein besonderes Haus – damals wie heute

Ehrengäste Wiedereröffnung Haus Bethanien

Seit September erstrahlt das ehemalige Diakonissenhaus Bethanien des Diakoniewerks in Gallneukirchen in neuem Glanz und ist nun wieder ein Ort sozialen Wirkens. Heute, Freitag 11. November wurde es mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür offiziell (wieder)eröffnet. LAbg. Dr. Walter Aichinger (in Vertretung von LH Dr. Josef Pühringer), LAbg. Peter Binder (iV von Landesrätin Birgit Gerstorfer), LAbg. Ulrike Wall, BH Dr. Paul Gruber, Bürgermeisterin Gisela Gabauer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zahlreiche Ehrengäste und Besucher folgten der Einladung.

Rektorin Mag. Christa Schrauf betonte in ihren Begrüßungsworten: „Vom alten Haus Bethanien ist durch die Arbeit der Diakonissen über 100 Jahre eine enorme soziale Strahlkraft ausgegangen. Auch im neuen Haus Bethanien fokussiert sich das diakonische Anliegen und wird heute wie damals durch die Kombination von Menschenliebe und qualifizierten Dienstleistungen kompetenter Mitarbeitender erfahrbar.“ „Es ist gelungen aus diesem für die Geschichte des Diakoniewerks so bedeutenden, einzigartigen Haus Bethanien ein neues Haus Bethanien zu entwickeln, das wertschätzend das Gestern aufnimmt, mit dem Museum und den eingehaltenen Denkmalschutzbestimmungen, aber dieses so transformiert, dass es in seinen aktuellen Funktionen und Inhalten die Gegenwart gestalten kann und in die Zukunft weist.“

Menschen waren zu jedem Zeitpunkt unzertrennlich mit dem Haus Bethanien des Diakoniewerks in Gallneukirchen verbunden. Das Haus fungierte nicht nur als Heimat und Einkehrort der Schwesternschaft, die zum Zeitpunkt seiner Eröffnung 1909 mehr als 100 Diakonissen umfasste. Als Damenheim für alleinstehende ältere Frauen, Flüchtlingsunterkunft, Notkrankenhaus, Gästehaus und Wohnort für Schülerinnen verschiedener Ausbildungsstätten des Diakoniewerks war das Haus Bethanien von Beginn an ein Ort sozialen Wirkens.

2009 übersiedelte die mittlerweile sehr klein gewordene Schwesternschaft in das nahe, umgebaute Haus Abendfrieden. Das machte die Erarbeitung eines Nachnutzungskonzeptes für das Haus Bethanien erforderlich. Der Zuschlag für die OÖ. Landessonderausstellung 2015 „hilfe. LebensRisken – LebensChancen“, die der Entstehung und Ausformung der sozialen Sicherung in Österreich gewidmet war, bot die Möglichkeit, dieses Konzept umzusetzen. 2013 begann die erste Etappe des umfassenden Umbaus durch die Architekten Luger & Maul aus Wels (OÖ), die sehr einfühlsam auch die modernen Teile in das Gesamtensemble zu integrieren wussten. Von April bis November 2015 beherbergte dann das Haus Bethanien die OÖ. Landessonderausstellung. Nach deren Auszug erhielt es in einer zweiten Umbau- und Renovierungsphase von November 2015 bis September 2016 sein heutiges Gesicht und ist damit erneut ein Ort der Sozialen Arbeit geworden.

Soziale Arbeit - sichtbar, greifbar und erlebbar
Neben dem Café & Bistro KOWALSKI, das bereits seit April 2015 in Betrieb ist und in dem Menschen mit Behinderung einen qualitätsvollen Arbeitsplatz gefunden haben, sind weitere Angebote im Haus untergebracht. Kulturschaffende Menschen mit Behinderung im Atelier und im Theater Malaria haben ebenso eine neue Wirkungsstätte gefunden wie die Mediengruppe, die verschiedene Serviceleistungen im Bereich der Symbolsprache und Fotografie anbietet, und die „Macherei“, die sich unter anderem um Produktlogistik und –verpackung kümmert. Allesamt sind sie die „Kunstwerkstatt“.

Im Erdgeschoss hat die Tagesbetreuung für Menschen im Alter und mit Demenz ihre Arbeit aufgenommen. In den Obergeschossen sind SeniorInnen in acht Wohnungen mit Betreuung eingezogen. Die SchülerInnen der Schulen für Sozialbetreuungsberufe aus dem Nachbargebäude kommen in ihre neue Lehrküche, in den Pflege- und Bewegungsraum und ihre Gruppenräume. Auch die Diakonie Akademie, das Fortbildungsinstitut des Diakoniewerks, hat durch den Umzug nun endlich eigene Seminarräume bekommen. Das Zentrum für Freizeit-Sport-Bildung (FRISBI) wird von hier aus sein vielfältiges Programm, nicht nur für Menschen mit Behinderungen, gestalten. Ein Andachtsraum, ein Veranstaltungssaal und das neue Museum, das neben der Geschichte auch die Gegenwart des Diakoniewerks eindrücklich präsentiert, ergänzen die Vielfalt der Angebote. Eine besondere Note gibt dem Haus die Kunst – vier Kunstprojekte von oberösterreichischen Künstlerinnen und Künstlern wurden harmonisch und einfühlsam in die Substanz integriert.

Rückblick auf die Geschichte
Der evangelische Pfarrer Ludwig Schwarz gründete 1874 mit Mitgliedern seiner Pfarrgemeinde den Oberösterreichischen Verein für Innere Mission (heute: Diakoniewerk). Dieser Verein rief eine evangelische Schwesternschaft ins Leben, um Menschen in Armut und Not zu helfen. 1877 wurden die ersten beiden Diakonissen, Elise Lehner und Elisabeth Obermeir, eingesegnet, die ihre Arbeit im evangelischen Pfarrhaus begannen. Es war der große Zuwachs an Schwestern, der es erforderte, über den Kellern der ehemaligen Brauerei Riener in Gallneukirchen ein neues Mutterhaus zu errichten (Einzug 1909). Finanziert über einen Baufonds, Spenden, Kollektenreisen, Darlehen und, rückwirkend, aus den Einnahmen aus dem Damenheim im Westtrakt des Hauses, nahm das Haus Bethanien von Beginn an eine zentrale Rolle „im Dienst am Menschen“ (= Diakonie) ein.

Für die damaligen Verhältnisse galt das Haus als sehr modern: Speisenaufzug, moderne Küchenausstattung, Fließwasserversorgung in allen Stockwerken aus eigenem Brunnen und eine Abwasserentsorgung durch Senkgruben. Dennoch gab es nie Stillstand sondern wiederholt Umbau- und Renovierungsarbeiten. Für die älteren Schwestern im Ruhestand wurde in Sichtweite vom Mutterhaus das Haus Abendfrieden errichtet und 1952 bezogen. Nur dank eines Vermächtnisses, weiterer größerer Spenden und einer Haussammlung konnte dieses Vorhaben umgesetzt werden.

Bereits mehr als 100 Jahre pulsiert dieses Haus nun und es wird kein bisschen leiser. Mehr denn je zeigt das Haus Bethanien was Vielfalt bedeutet, was Soziale Arbeit sein kann.

Bild:
Vlnr: Vize-Bgm. Mag. Josef Wall-Strasser, Architekt Mag. Franz Maul, BH Dr. Paul Gruber, LAbg. Dr. Walter Aichinger, Rektorin Mag. Christa Schrauf (Vorstand Diakoniewerk), LAbg. Peter Binder, LAbg. Ulrike Wall, Mag. Josef Scharinger (Vorstand Diakoniewerk), Bgm. Gisela Gabauer, Pfarrer MMag. Klaus Dopler, Pfarrer Mag. Günther Wagner, Dr. Heinz Thaler (Vorstand Diakoniewerk)
Abdruck honorarfrei/ Fotografie Enzlmüller

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse

Link zum Fernseh-Beitrag vom "Team Buntes Fernsehen", Engerwitzdorf, zur Eröffnung Haus Bethanien am 11. November 2016

Das Haus Bethanien - kurz zusammengefasst
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