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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

13.12.2016

Menschenrechtspreis für das „Bistro Mauthausen Memorial“

Das engagierte Team des Bistro Mauthausen mit Landeshauptmann Dr. Pühringer (2.v.l.), GF Diakoniewer

Das „Bistro Mauthausen Memorial“, ein gemeinsames Projekt von Diakoniewerk und KZ-Gedenkstätte Mauthausen, bietet integrative Arbeitsplätze für acht Menschen mit Behinderung, die für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher in der Gedenkstätte sorgen. An diesem besonderen Ort setzt das Bistro ein klares Zeichen für mehr Toleranz, Inklusion und Chancengleichheit – dafür erhielt es am 9. Dezember den OÖ Menschenrechtspreis 2016.

MAUTHAUSEN/GALLNEUKIRCHEN. Mit Stolz und großer Freude durften am vergangenen Freitag die Mitarbeitenden im „Bistro Mauthausen Memorial“ im Linzer Landhaus den Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich aus den Händen von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer entgegen nehmen. „Wer Mensch ist, hat auch Menschenrechte. Diese Überzeugung erweist sich heute als kraftvoller Orientierungswert für die Humanisierung unserer Welt. Dass diese Humanisierung der Welt viele Gesichter haben kann, zeigen die diesjährigen Preisträger“, erklärte Pühringer. Die Jury zeichnete heuer neben dem Diakoniewerks-Projekt auch die Organisation Childrenplanet aus.
„Bedachte Gastfreundschaft“
Das „Bistro Mauthausen Memorial“ wurde 1. März 2016 eröffnet. Acht Menschen mit Behinderung bringen im Gastronomiebetrieb der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ihre individuellen Fähigkeiten ein und sammeln – mit Unterstützung von professionellen Gastronomiefachkräften – wertvolle Erfahrungen im Arbeitsleben und sozialen Umfeld. Sie bereiten Speisen in der Küche zu, sind im Service tätig und befüllen die Getränkeautomaten in der gesamten Gedenkstätte. Neben Snacks, Suppen und Sandwichs sowie kalten Getränken, Kaffee, Tee und Kuchen gibt es im Bistro spezielle Angebote für Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsenengruppen. Unter dem Titel „bedachte Gastfreundschaft“ trägt das neue Gastronomiekonzept des Diakoniewerks dazu bei, dass in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Vorurteile und Barrieren abgebaut werden und ein partnerschaftliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht wird. Auch ein achtsamer bzw. bedachter Umgang mit den vor Ort verwendeten Lebensmitteln – sprich Regionalität, Saisonalität und Einfachheit – spielt eine große Rolle.
In Spitzenzeiten rund 500 Gäste
Durch das neue Bistro ist es erstmals möglich, eine individuelle Auswahl an Speisen, z.B. kalte Lunchboxen oder warme Gerichte, vorzubestellen, die im Bistro abgeholt bzw. vor Ort konsumiert werden können. Das ermöglicht eine rasche Verpflegung, ohne lange Wartezeiten. „Eine echte Bewährungsprobe waren im Sommer die Jugendlichen, die über Mauthausen zum Weltjugendtag nach Krakau gereist sind. An dem Tag wurden etwa 2000 Lunchboxen ausgegeben. Doch auch sonst können zu Spitzenzeiten pro Tag schon einmal bis zu 500 Gäste kommen“, berichtete Mag. Gerhard Breitenberger, Geschäftsführer Diakoniewerk Oberösterreich, stolz von der Leistungsfähigkeit des Bistro-Teams.
Zeichen setzen für solidarische Gesellschaft
Für ihn ist die Umsetzung dieses Modelles am Standort Mauthausen ein Meilenstein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft: „Im Sinne der gleichberechtigten Teilhabe gehen wir von einer Gesellschaft aus, die unabhängig von Behinderung, Hautfarbe, Religion, etc. gleich an Rechten und Chancen ist. An diesem Ort setzen wir ein Zeichen gegen ein faschistoides Herrschaftssystem, das damals Menschen als minderwertig und lebensunwert eingestuft hat und treten damit für eine solidarische Gesellschaft ein. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen erinnert uns daran, dass es einen bedachten Umgang mit unseren Ressourcen und einen achtsamen Umgang miteinander braucht.“
Dort arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten.
Seit 2011 ermöglicht das Diakoniewerk in Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben Menschen mit Behinderung dort zu arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten. 40 begleitete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits auf diesem Weg einen Arbeitsplatz gefunden. Die Vision von einer inklusiven Gesellschaft leitet das Diakoniewerk in der ganzheitlichen Begleitung von Menschen mit Behinderung. Mit dem passenden Angebot und einer tatkräftigen Unterstützung kann vieles gelingen, was sich Menschen mit Behinderung oft selbst nicht zugetraut hätten. Jeder Arbeitsplatz hilft ihnen somit, ihre Stärken zu entfalten und Wertschätzung zu erfahren. Sie erleben sich dadurch als wichtigen Bestandteil der Gesellschaft, an der sie teilhaben können.

Fotos: Diakoniewerk, Abdruck honorarfrei
1) Das engagierte Team des Bistro Mauthausen mit Landeshauptmann Dr. Pühringer (2.v.l.), GF Diakoniewerk OÖ Mag. Gerhard Breitenberger (3. v. rechts) und Mag. Josef Scharinger, Vorstand Diakoniewerk (hinten links).
2) LH Dr. Josef Pühringer (l.), Mitarbeitende des „Bistro Mauthausen Memorial“ und Mag. Gerhard Breitenberger, GF Diakoniewerk Oberösterreich (r.)
3) LH Dr. Josef Pühringer gratuliert dem Bistro-Team zum Menschenrechtspreis.


Mag.a Andrea Obermühlner
Leitung
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Telefon  0043 7235 63 251 125
Mobil 0043 664 88 97 19 57
Telefax 0043 7235 63 251 201
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www.diakoniewerk.at


Das engagierte Team des Bistro Mauthausen mit Landeshauptmann Dr. Pühringer (2.v.l.), GF Diakoniewer LH Dr. Josef Pühringer (l.), Mitarbeitende des „Bistro Mauthausen Memorial“ und Mag. Gerhard Breiten LH Dr. Josef Pühringer gratuliert dem Bistro-Team zum Menschenrechtspreis.