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Aktuelle Nachrichten aus dem Diakoniewerk

05.05.2017

Im Spiel sind alle gleich

Diakoniewerk eröffnet zweiten inklusiven, multiethnischen Kindergarten in Bosnien-Herzegowina 

Bereits im November 2016 öffnete das Diakoniewerk in Livno die Türen seines zweiten integrativen, multiethnischen Kindergartens, der nach dem bewährten Modell des Kindergartens in Mostar auf 15 Jahre Erfahrung in der Begleitung von Kindern zurückgreift. Rund 40 Kinder mit und ohne Behinderungen im Alter von 3-6 Jahren können in zwei Kindergartengruppen betreut werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Inklusion und Multi-Ethnizität gelegt, in einem nachwievor sehr gespaltenen Land.

„Kinder, deren Eltern und Großeltern noch aktiv in die kriegerischen Auseinandersetzungen am Balkan involviert waren, finden durch diesen Kindergarten Freunde – unabhängig von der Ethnie oder der religiösen Zugehörigkeit. Vorurteilsfrei wird so ein Grundstein für ein gelingendes Miteinander in Vielfalt gelegt“, betont Mag.a Eva Neußl-Duscher MA, Leitung Internationale Projekte und Standorte im Diakoniewerk.

Im Spiel sind alle gleich - ist das Motto des Kindergartens. Pro Gruppe haben bis zu drei Kinder mit Behinderung die Möglichkeit, hier ihre Kindergartenzeit zu verbringen. Unabhängig von Religion und Herkunft finden hier alle Kinder Betreuung. Auch sieben Kindern aus sozial benachteiligten Familien wird ein Kindergartenbesuch ermöglicht und der Kindergartenbeitrag nachgelassen.

Für Tina Mihaljević, Leiterin des Kindergartens, sind die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, die Entwicklung der sozialen Kompetenz der Kinder sowie gesunde Ernährung – um nur einige Schwerpunkte zu nennen – besonders wichtig.
Neben den Kindern ist auch das Team der Pädagoginnen bewusst multiethnisch zusammengesetzt, somit können Sprache, Traditionen und Feste im Jahreskreis für alle zugänglich gemacht und das gegenseitige Verständnis gefördert werden.
Finanzierung
Der Umbau des Gebäudes, die Planung und das Anlegen des Gartens und Spielplatzes sowie die Ausstattung des Kindergartens wurden von UNDP (United Nations Procurement Division), dem Ministerium des Kantons 10 sowie der Stadt Livno und UNICEF finanziert. Die Kosten für den laufenden Betrieb werden von der Stadt Livno und vom Diakoniewerk übernommen.
Gemeinsam mit der Stadt Livno in Vertretung von Bürgermeister Luka Čelan gelang es dem Diakoniewerk dieses Erfolgsmodell für die Begleitung von Kindern mit und ohne Behinderung aus Mostar nun weiterzuentwickeln. Heute besuchen bereits 31 Kinder den Kindergarten Sunčani most II Livno.


Fotos: Ljuban Karadza