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12.10.2017

Das Diakoniewerk begleitet seit zwei Jahren sozial benachteiligte Kinder aus Roma-Familien in Dumbrăveni.

GALLNEUKIRCHEN/DUMBRAVENI. Denisa, eines der wenigen Mädchen, die die Tagesbetreuung von Beginn an regelmäßig besucht, lebt mit ihren Geschwistern und Eltern in sehr ärmlichen Verhältnissen, in einem beinahe einstürzenden Haus mit einem Raum und ohne Trinkwasser.

Denisa (10 Jahre) hat drei Brüder, deren rüdes Verhalten auch ihre Verhaltensmuster prägen, so reagiert sie oft mit Schlägen und unschönen Worten. Eva Gyerko, sie leitet die Tagesbetreuung erzählt: „Es gibt Zeiten, in welchen sie ihr mädchenhaftes Sein ausstrahlt, wenn sie tanzt und lächelt. Andererseits gibt es Momente in denen sie in einer Trotzphase steckt und man sie nur sehr schwer motivieren kann.“
Die Rollenbilder von Denisa sind von ihren familiären Erfahrungen geprägt: Frauen und Mädchen haben im Haushalt oder in der Küche zu sein, Männer und Jungs sind unterwegs bzw. arbeiten in der eigenen Landwirtschaft. Einkommen aus einem gesicherten Arbeitsverhältnis fehlt meist aufgrund der nicht vorhandenen Arbeitsplätze. Das tägliche Durchkommen steht im Vordergrund. Der Schulbesuch und die Ausbildung der Kinder sind damit nebensächlich für die Eltern.

Die Tagesbetreuung soll genau hier Abhilfe schaffen. Durch die gezielte schulische Förderung und Vermittlung sozialer Verhaltens- und Umgangsformen, sollen das Wissen und die sozialen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen erweitert werden und mögliche spätere Berufschancen greifbar werden.

Heute, nach zwei Jahren ist die Tagesbetreuung eine Art Zufluchtsort für Denisa, um diesem Leben ein Stück weit entkommen zu können. Und ihr Vorankommen ist sichtbar. „Denisa hat sowohl hinsichtlich ihres Verhaltens als auch ihres Wissens große Fortschritte gemacht. Sie merkt sich die Dinge, die sie lernt. Sogar ihre Lehrerin wies darauf hin, dass sie sich sehr geöffnet hat und nun fleißig in der Klasse mitarbeitet“, freut sich Eva Gyerko, deren tägliche pädagogische Aufgabe kein leichtes Unterfangen ist.

„Behandle Menschen so, als ob sie das wären, was sie sein sollten und hilf ihnen, zu dem zu werden, was sie sein können." (Goethe) - mein Motto und Ziel zugleich – wir wollen herausfinden, wofür Denisa "fähig" ist, um infolge ihre Fähigkeiten gut zu entwickeln und ihr Perspektiven zu geben“, so Gyerko.

Seit Ende 2016 ist die Tagesbetreuung nun in einem eigenen, kleinen Haus untergebracht und kann bis zu 25 Kinder und Jugendliche im Grundschulalter begleiten. Eine gute Basis wurde geschaffen, nun gilt es noch stärker mit den gesamten Familien zu arbeiten, um ihnen neue Wege aufzuzeigen.

„Das Diakoniewerk setzt bewusst auf Bildung, als den entscheidenden Schlüssel für den Weg aus der Armut und Ausgrenzung. Sie eröffnet Kindern aus unvorstellbar schwierigen sozialen Verhältnissen die Chance auf eine Zukunft in der gesellschaftliche Teilhabe auch für sie möglich wird“, so Mag. Josef Scharinger, Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks.


Engagiert über die eigenen Landesgrenzen hinaus
Das Diakoniewerk ist bereits seit 2007 als gemeinnütziger Verein in Rumänien aktiv und führt in Sibiu, Sebeş und Dumbrǎveni Angebote für Menschen mit Behinderungen bzw. sozial benachteiligte Menschen.

Bild 1: Diakoniewerk/ Abdruck honorarfrei
Bildtext: Denisa besucht mit großer Ausdauer und Begeisterung die Tagesbetreuung nach der Schule und bahnt sich ihren Weg aus der Armut.

Bild 2: Gabriela Cuzepan Bebeselea / Abdruck honorarfrei
Bildtext: Lernen fürs Leben, als entscheidender Schlüssel für den Weg aus der Armut und Ausgrenzung.

Bild 3: Gabriela Cuzepan Bebeselea/ Abdruck honorarfrei
Bildtitel: Außenansicht Tagesbetreuung Dumbrǎveni (RO)

Rückfragen:
Mag.a Daniela Scharer, MBA
Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 65 505 1310
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
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