Alles nach Plan!

Der TEACCH-Ansatz in der Praxis

Die knapp 30jährige Sarah Schmölzer besucht die Arbeit und Assistenz Graz und lebt mit Autismus. Mittels TEACCH-Ansatz gelingt es ihr, den Alltag für sie einfacher zu gestalten. Zum Einsatz kommen visuelle Hilfsmittel wie Piktogramme und klare Strukturen, an denen sie sich orientieren kann.

 

Begleitet wird sie von Ines Javorics. „Ein Plan vor Beginn der Handlung gibt Klarheit und Halt, wir arbeiten dann die Aufgaben Schritt für Schritt ab“, erklärt die Diplom-Sozialbetreuerin, die sich gerade auf TEACCH spezialisiert. „Wichtig ist, die Handlung von Beginn bis zum Schluss fertig zu machen.“ Piktogramme unterstützen dabei den Ablauf visuell, der Erfolg einer fertigen Handlung wird dabei sichtbar.

Sarah Schmölzer setzt sich Ziele ganz nach ihren Interessen: Zum Beispiel lernt sie gerade, wie sie Wäsche oder Geschirr einräumt, eine Schere bedient oder Zwiebel schneidet. Ines Javorics steht ihr dabei mit Ideen zur Seite: „Ich erarbeite Arbeitsbehelfe, zum Beispiel Vorlagen zum Besteck-Sortieren“. Mittlerweile klappt das selbständige Einräumen von Besteck oder Wäsche schon sehr gut, Piktogramme an den Schränken helfen dabei - hier die Messer, da die Gabeln. Bei der wöchentlichen TEACCH-Einheit ist Frau Schmölzer mit Engagement dabei, gefestigt werden die Lernschritte in der Praxis.

Sarah Schmölzer - eine Frau mit Autismus auf dem Weg in ein selbstbestimmteres Leben

Ein großes Ziel für Frau Schmölzer ist es, Glas und Keramik im Alltag zu verwenden. Was früher oft für Impulse des Wegwerfens gesorgt hat, gelingt ihr jetzt viel gelassener, ohne Hast und Hektik. „Wir arbeiten auch mit ansprechenden Materialien wie mit bunten Glasmurmeln oder rohen Eiern, die liegen so angenehm in der Hand wie eine Porzellantasse“, verrät Ines Javorics. Ganz nebenbei trainiert Frau Schmölzer damit Feinmotorik, Zahlen oder die Farben.

 

Es sind kleine Schritte im Alltag mit großer Wirkung: Sarah Schmölzer erwirbt mittels TEACCH Stück für Stück mehr Selbständigkeit mit dem großen Ziel, einmal so weit als möglich unabhängig zu wohnen. Mittlerweile lebt sie tageweise in einer Wohngruppe, kommt gut mit dem Umgebungswechsel zurecht und schafft sich weitere Freiräume im Alltag!

Teaser in neuem Tab

Nein