12.10.2018, 09:00 - 15:00
46. Martinstift-Symposion
Linz, Brucknerhaus

"Grenzwertig"

Zwischen Mut und Zumutung in der Behindertenarbeit

Das Martinstift-Symposion 2018 beschäftigt sich mit den Grenzen, an die behinderte Menschen und MitarbeiterInnen in der Behindertenarbeit manchmal stoßen. Manche davon werden als Zumutung empfunden, viele werden mit Mut überwunden und gemeistert. Die Vortragenden des Symposions beleuchten in ihren Beiträgen unterschiedlich Facetten dieses Grenzgangs und ermöglichen neue Blickwinkel, die Mut machen.

 

Tagungsbeitrag inklusive Mittagssnack

Vorverkauf bis 28. September 2018: € 55,–/ermäßigt* € 45,–

Tageskassa: € 60,–/ermäßigt* € 50,–

*SchülerInnen, Studierende, Wehr- und Zivildiener, PensionistInnen und Menschen mit Behinderung

 

Das Martinstift-Symposion ist im Sinne der Fortbildungsverpflichtung im Rahmen des Sozialbetreuungsberufegesetzes und als Fortbildung im Rahmen der Fortbildungsverpflichtung gemäß § 63 GuKG anrechenbar.

Programm

Donnerstag, 09. August
09:00

Begrüßung und Eröffnung

09:30

Dr. Harald Katzmair
"Das Resilienz-Prinzip: Was uns nicht umbringt, macht uns anders"

10:20

Mag. Dr. Wolfgang Graziani-Weiss
"Behindertenarbeit – Behindert durch Strafe und Haftung?"

11:00

Pause

11:50

Prof. Dr. Martina Leibovici – Mühlberger
"Die Burnout Lüge?"

12:45

Carlos Escalera
"Die Gewalt verändert uns alle. DOKI, ein Konzept für einen reflektierten Umgang mit der Gewalt."

13:25

Mag.a Sabine Etzlstorfer, Martin Reidinger
„ ... und so geht’s doch!" Der Weg aus der Institution – ein Spannungsfeld.

14:00

Come together mit den ReferentInnen

ReferentenInnen

Das Resilienz-Prinzip: Was uns nicht umbringt, macht uns anders
Dr. Harald Katzmair

Das Resilienz-Prinzip: Was uns nicht umbringt, macht uns anders

Anspannung, Polarisierung und Fragmentierung sind Kennzeichen unserer derzeitigen Welt. Unser Berufsalltag ist voller Herausforderungen, die Angst vor einem Kontrollverlust oft groß. Wie gehen wir mit dieser Erfahrung um? Was können wir tun? Was macht uns stark und handlungsfähig gerade in dieser Situation?

 

Zur Person:
Harald Katzmair, Sozialwissenschaftler und Philosoph, ist Gründer und Geschäftsführer der FASresearch – from Networks to Strategy, einem internationalen Analyse- und Beratungsunternehmen in den Bereichen Social Network Dynamics, Robust Decision Making, Story Telling, Stakeholder Engagement und Participatory Impact Analysis sowie Innovation und Resilienz in Wien. Seit nunmehr über 20 Jahren entwickeln Harald Katzmair und sein internationales Team aus WissenschaftlerInnen und BeraterInnen Tools und Strategien für EntscheidungsträgerInnen in einer zunehmend komplexen und unter Wettbewerbsdruck stehenden Welt. FASresearch identifiziert mit ihren Mapping-Technologien systematisch die spielentscheidenden Erfolgsfaktoren ihrer KundInnen und lokalisiert punktgenau jene SchlüsselspielerInnen und grauen Eminenzen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Harald Katzmair ist Vizepräsident von Nein zu Krank und Arm sowie im Aufsichtsrat des FWF – Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Außerdem ist er Gründer des Salons der Pioniere.

Mag. Dr. Wolfgang Graziani-Weiss

"Behindertenarbeit – Behindert durch Strafe und Haftung?"

Bei der Begleitung und Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen besteht das Risiko einer Verletzung des Betreuten. Damit stellt sich die Frage nach der Haftung und strafrechtlichen Verantwortung der MitarbeiterInnen. Welcher Schutz der MitarbeiterInnen ist schon heute gesetzlich vorgegeben? Welcher Schutz geschieht freiwillig durch den Dienstgeber? Welche Lücken bestehen?

 

Zur Person:
Studium der Rechtswissenschaften in Linz und St. Gallen Doktorratsstudium bei Univ.-Prof. Dr. Peter Rummel in Linz seit 1993 Partner der Rechtsanwaltskanzlei Prof. Haslinger & Partner in Linz schwerpunktmäßige Tätigkeit in der rechtlichen Beratung und Unterstützung von Sozial- und Behindertenrichtungen und Krankenanstalten

"Die Burnout Lüge?"
Prof. Dr. Martina Leibovici – Mühlberger

"Die Burnout Lüge?"

Die Art von Burnout, die unser Gesundheitssystem immer öfter diagnostiziert, gibt es in Wirklichkeit nicht. Das Phänomen Burnout ist eine Erfindung der Gesellschaft, die sich damit nicht dem wahren Problem stellen muss: Wir haben die Kontrolle und Reglementierung der Lebendigkeit auf die Spitze getrieben. Burnout-Patienten sind Vorreiter eines Systemcrashs, doch wir sehen die Warnung nicht. Die Gesundheits- und Wellnessindustrie verdient viel Geld mit der Diagnose Burnout, doch sie macht alles nur noch schlimmer. Denn Ruhe, Entspannung und Ausgliederung aus der Arbeitswelt sind der falsche Weg. Work, pray, love!, empfiehlt die renommierte Ärztin und Psychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger zur Vorsorge und Heilung: Wir müssen das, was Leben ausmacht, das Dynamische, Unvorhergesehene, Herausfordernde, wieder zulassen.

 

Zur Person:
Prof. Dr. Martina Leibovici – Mühlberger ist Mutter von vier Kindern und praktische Ärztin, Gynäkologin, Ärztin für Psychosomatik. Sie trägt als Psychotherapeutin das European Certificate of Psychotherapy. Sie leitet die ARGE Erziehungsberatung und Fortbildung GmbH, ein Ausbildungs-, Beratungs- und Forschungsinstitut mit sozialpsychologischem Fokus auf Jugend und Familie. Sie Buchautorin sowie Verfasserin zahlreicher wissenschaftlicher Fachartikel.

Die Gewalt verändert uns alle. DOKI, ein Konzept für einen reflektierten Umgang mit der Gewalt.
Carlos Escalera

Die Gewalt verändert uns alle. DOKI, ein Konzept für einen reflektierten Umgang mit der Gewalt.

Gewalt kann jeden beeinträchtigen, verändern und sogar gewalttätig werden lassen. Dialog Orientierte Körperliche (Krisen) Intervention (DOKI) lehrt: sich zu schützen, Gewalt zu verstehen und intervenieren, ohne zu verletzen. Die Fähigkeit, äußere und innere Strukturen zu verändern, wird als Macht definiert. Die Ausübung dieser Macht erfordert eine hohe Verantwortung. Jeder DOKI® - Anwender setzt sich mit der Wahrnehmung und Annahme dieser Verantwortung auseinander. Da aber ein Missbrauch der Macht bei extremen verletzenden Konfrontationen nie auszuschließen ist, werden bei DOKI® immer die Kontrollmöglichkeiten im System erörtert und etabliert.

 

Zur Person:
Carlos Escalera (geb. 1963 in Spanien): Studium der Philosophie und Erziehungswissenschaften in Madrid. In Spanien sammelte er seine ersten beruflichen Erfahrungen als Judo und Jiu-Jitsu-Trainer, als Pädagoge in einem Heim für straffällige Jugendliche und als „Counselor“ in einer Berufsschule. In Deutschland spezialisierte er sich in der Begleitung und Beratung von Menschen, die verletzende Handlungen zeigen. Er war mehrere Jahre aktives Mitglied der Forschungsgruppe „Gewalt und behinderte Subjektivität“ unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Jantzen. Er ist Autor von zahlreichen Artikel zum den Themen: Aggression, Gewalt, Krisenintervention, Belastungserleben und Belastungsbewältigung, Eskalation und Deeskalation und Entwicklungsbegleitung von Menschen mit verletzendem Verhalten in sozialen und medizinischen Berufen. Seit 1995 ist er Referent und Gastdozent in Einrichtungen, Institutionen und Universitäten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik, Luxemburg und Spanien. Carlos Escalera (verheiratet und Vater von Zwei Kindern mit insgesamt 93 Chromosomen) ist stellvertretender Leiter im Beratungszentrum Alsterdorf (Evangelische Stiftung Alsterdorf in Hamburg), Leiter und Gründer des Fachbereiches Intensivpädagogik, Leiter von Weiterbildungen für Aggressionsmanager und Antigewaltbeauftragte und Entwickler von DOKI, ein erfolgreiches Konzept für eine Dialog Orientierte Körperliche (Krisen) Intervention in sozialen Berufen.

„ ... und so geht’s doch!"

Der Weg aus der Institution – ein Spannungsfeld.
Mag.a Sabine Etzlstorfer, Martin Reidinger

„ ... und so geht’s doch!" Der Weg aus der Institution – ein Spannungsfeld.

Der Weg aus der langjährigen Betreuung in der Institution in ein selbstbestimmtes Leben in die eigenen vier Wände wird durch Vielfalt geprägt. Personen mit Behinderungen ein autonomes Leben unter Eigenregie zutrauen, an sie glauben und ihnen dabei helfen, ihre Lebensvorstellungen zu verwirklichen. Ein Beitrag über Mutmacher und (un)bewusste Saboteure / Barrieren.

 

Zur Person:
Sabine Etzlstorfer, Projektmanagement: „Ich möchte Menschen die Rahmenbedingungen geben, die es ihnen ermöglicht ihre persönlichen Vorstellungen zu realisieren. Dazu müssen wir neue Wege gehen wollen.“ Martin Reidinger, Peer-Berater: „Ich möchte Menschen dabei begleiten und sie unterstützen ihren Mut aufzubringen, ihre Einzigartigkeit zu leben. Meine lebensbiografische Situation zeichnete sich sehr oft durch Pionierarbeit für mich und andere Menschen aus.“ Gemeinsam arbeiten die beiden im Diakoniewerk an unterschiedlichen Projekten und Anliegen von und für Menschen mit Behinderungen, die ein größteils eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen.

Veranstaltungsort
Anmeldung
Anmeldung
Tagungsbeitrag inklusive Mittagssnack Vorverkauf bis 28. September: € 55,–/ermäßigt* € 45,– Tageskassa: € 60,–/ermäßigt* € 50,–

Anmeldeformular Martinstift-Symposion

Persönliche Daten
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Kartenbestellung
Ermäßigung für SchülerInnen, Studierende, Wehr- und Zivildiener, PensionistInnen und Menschen mit Behinderung
Stk. à 55,- EUR
Stk. à 45,- EUR
Anmerkungen
Übersetzung in Gebärdensprache
Im Vortragssaal ist eine Induktionsschleife vorhanden. Bei Bedarf werden alle Beiträge in Gebärdensprache übersetzt. Bitte melden Sie Ihren Bedarf bis spätestens 27. September 2018 an!
Hinweis zur Foto- und Videoaufnahme
Im Rahmen dieser Veranstaltung können Fotografien und/oder Filme erstellt werden. Mit der Anmeldung zur Veranstaltung nehmen Sie zur Kenntnis, dass Fotografien und Video-materialien, auf denen Sie abgebildet sind, zur Berichterstattung bzw. Öffentlichkeitsarbeit verwendet und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten des Diakoniewerkes veröffentlicht werden.
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Ansprechpartnerin für inhaltliche Rückfragen

Mag. Andrea Bauer
Mag.a Andrea Bauer BSc
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