Geschichte

Diakonissen

"In Christo Jesu gilt der Glaube, der durch die Liebe tätig ist" (Gal 5)

In diesem Sinne verstanden die Diakonissen ihre Arbeits- und Lebensweise. Die Einsatzbereiche waren vielfältig: Kranken- und Altenpflege, Betreuung von Menschen mit Behinderung, von Kindern in Heimen, Internaten und Kindergärten, von erholungssuchenden Menschen bis hin zur Arbeit als Gemeindeschwester - sowohl als Führungskräfte als auch an der Basis.

 

Schon bald nach der Gründung des Diakoniewerks im Jahr 1874 wurde das Diakonissen-Mutterhaus gegründet und Diakonissen für die Pflege und Betreuung der Hilfesuchenden ausgebildet. Das Diakonissen-Mutterhaus Bethanien war von 1909 bis 2010 Heimat der Diakonissen und Diakonischen Schwestern, die seit 2010 ihren Lebensabend im benachbarten Haus Abendfrieden verbringen. Heute leben noch 4 Diakonissen im Haus Abendfrieden, weiters 4 Diakonische Schwestern.

Das Engagement der Diakonissen hat maßgeblich zur Entwicklung des Diakoniewerks vom ehemaligen "Verein für innere Mission" hin zu einem anerkannten und innovativen Unternehmen mit verschiedenen Arbeitsfeldern im Sozial- und Gesundheitsbereich in Österreich und im internationalen Umfeld beigetragen. Ihr Wirken ist daher bis heute in vielfältiger Weise lebendig und spürbar. Eine Übersicht über die evangelische Schwesternschaft möchte an jede Einzelne der insgesamt mehr als 300 Diakonissen und Diakonische Schwestern und ihr Wirken erinnern.

Diakonissen

Diakonissen sind unverheiratete Frauen, die ihr Leben einer evangelischen Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft widmen. Sie tragen eine einheitliche Tracht, ihr Stammsitz sind die sogenannten Mutterhäuser. Statt eines eigenen Einkommens werden sie vom Mutterhaus in allen Lebenslagen bis zum Tod versorgt und bekommen ein kleines Taschengeld für persönliche Bedürfnisse.

Erste Diakonissen wurden ab den späten 1830er-Jahren in Deutschland aktiv. Die ersten beiden österreichischen Diakonissen begannen ihre soziale Arbeit in Gallneukirchen 1877 nach einer dreijährigen Ausbildung in Stuttgart. Vielen Frauen im 19. und 20. Jahrhundert wurde mit diesem Modell eine Berufsausbildung und Berufsausübung jenseits von Ehe und Familie ermöglicht.

Bis in die 1980er- und 1990er-Jahre waren Diakonissen in allen Arbeitsfeldern des Diakoniewerkes sowohl in leitenden Funktionen als auch an der Basis tätig. Da es aber längst keine Neueintritte mehr gab, ging die Arbeit kontinuierlich in die Hände von weltlichen Mitarbeitenden über.

Diakonische Schwestern

Diese Sonderform einer evangelischen Schwesternschaft hat sich aus einer Notlösung in der NS-Zeit entwickelt, in der für Hilfsschwestern eine neue „Schwesternschaft des Kaiserswerther Verbandes deutscher Mutterhäuser“ (dazu gehörte nach dem Anschluss auch das Gallneukirchner Mutterhaus) gegründet wurde, um sie vor der zwangsweisen Eingliederung in die NS-Parteiorganisationen zu schützen. Die Bezeichnung „Verbandsschwester“ wurde später in „Diakonische Schwester“ geändert.

Die Diakonischen Schwestern (in Österreich blieb es eine kleine Gruppe) stehen in der Gemeinschaft des Mutterhauses, zugleich aber in einem normalen Angestelltenverhältnis zum Träger des Hauses, dem Evangelischen Diakoniewerk Gallneukirchen.

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Diakonissen und Diakonische Schwestern aus Gallneukirchen
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Ein Ort der Stille und des Erinnerns - Gedenkstätte der Diakonissen

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Mit der Gedenkstätte möchte das Diakoniewerk die Leistung der Diakonissen würdigen, gleichzeitig aber auch das Gedenken aufrechterhalten – dargestellt aber in aller Bescheidenheit – wie es dem Wesen der Diakonissen am meisten entsprochen hat. Die Gedenkstätte befindet sich auf dem evangelischen Friedhof Gallneukirchen und lädt zum Verweilen, Stillwerden und Erinnern ein.

Um eine Übersicht über die evangelische Schwesternschaft zu erhalten, clicken Sie bitte hier.

Mittels QR-Code können Sie sich auch direkt an der Gedenkstätte über das Leben jeder einzelnen Diakonisse informieren.

Gedenkstätte der Diakonissen Gallneukirchen

Geschichte der Diakonissen im Überblick

Timeline Block

1877

Portrait Elise Lehner
1877

Elise Lehner und Elisabeth Obermeir, zwei Bauerstöchter aus dem oö Thening, waren die ersten Diakonissen - ausgebildet in Stuttgart und 1877 zur Diakonisse eingesegnet

1884

Diakonissen mit Elise Lehner
1884
Elise Lehner wurde zur ersten Oberin der nun schon 15 Diakonissen umfassenden Schwesternschaft gewählt

1909

Eingang Mutterhaus Bethanien, Gallneukirchen
1909

Die Schwestern bezogen das neu gebaute Diakonissen-Mutterhaus Bethanien. Die Schwesternschaft umfasste 95 Diakonissen, wobei nicht alle von ihnen in Gallneukirchen eingesetzt waren.

ab 1945

Gruppenbild Diakonissen Mutterhaus Bethanien - historische Aufnahme
ab 1945
Nach dem zweiten Weltkrieg erreichte die Zahl der Diakonissen mit ca. 250 Schwestern ihren historischen Höchstand - bedingt durch die Aufnahme von aus osteuropäischen Mutterhäusern geflüchteten Diakonissen

1963

Diakonissen im Gebet, historische Aufnahme
1963
Mit der letzten Einsegnung von Diakonissen begann das sukzessive Kleiner-Werden der Schwesternschaft

2010

Diakonissen verbringen ihren Lebensabend im Haus Abendfrieden, Gallneukirchen
2010
Die Diakonissen verließen das Mutterhaus Bethanien und zogen in das neu umgebaute Haus Abendfrieden, wo sie von nun an ihren Lebensabend verbringen

2015

Haus Bethanien Aussenansicht
2015
Nach einer großangelegten Neurenovierung und der Beherberung der Landessonderausstellung wurde das Mutterhaus Bethanien seiner neuen Bestimmung übergeben

Teaser in neuem Tab

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