Wir sind froh, dass Sarah so gut begleitet wird

Gespräch mit Edith Kopatsch, Mutter von Sarah Kopatsch (14 J.)

Die 14-jährige Sarah wird seit ihrem ersten Lebenshalbjahr im Diakoniewerk begleitet. Komplikationen bei der Geburt erschwerten Sarah den Start ins Leben, zusätzlich zeigten sich nach einem halben Jahr erste Anzeichen von Wahrnehmungsstörungen. Die aktuelle Diagnose lautet „Entwicklungsrückstand“. Autismus ist bisher nicht eindeutig diagnostiziert. Die 14-jährige spricht jedoch auf Therapien und Begleitungskonzepte recht gut an, die auch bei Autismus-Spektrum-Störungen helfen.

Sarah und Edith Kopatsch - eine besondere Mutter-Tochter-Beziehung

Frau Kopatsch, ab welchem Alter haben Sie gemerkt, dass Sarah eine besondere Begleitung braucht?

 

Ziemlich bald. Sarah zeigte bereits in ihrem ersten Lebensjahr, dass sie sich mit jeder Art von Veränderung schwertat. Die Fahrten zur Physiotherapie waren schwierig, sie gewohnte sich nur schwer an ein neues Umfeld.

 

An wen haben Sie sich gewandt?

 

Nachdem wir in Engerwitzdorf (OÖ) wohnen, war das Therapiezentrum des Diakoniewerks unser Ansprechpartner. Wir begannen mit einer Physiotherapie, danach folgte die Ergotherapie. Eine wirkliche große Hilfe für uns war, dass Sarah die Therapien direkt im heilpädagogischen und integrativen Kindergarten Mühle und danach in der Martin-Boos-Landesschule durch Therapeutinnen des Diakoniewerks bekam. Ich musste keine zusätzlichen Wege mit ihr zurücklegen. Dass Therapiezentrum, Kindergarten, Schule und Hort zusammengehören (Anm. zum Diakoniewerk), erleichtert unseren Alltag sehr. Alle Einrichtungen arbeiten zusammen und haben ein spezielles Umfeld für Sarah ermöglicht, auf das sie sich einstellen konnte. Viele Pädagoginnen des Diakoniewerks haben eine therapeutische Zusatzausbildung, was die Kompetenz des Diakoniewerks in diesem Bereich unterstreicht.

 

Wurde bei Sarah Autismus diagnostiziert?


Nicht eindeutig. Bei den Bewertungskriterien hat sie nicht alle Punkte erfüllt. Aber sie spricht auf ASS („Autismus-Spektrum-Störung“, Anm.) – Begleitungskonzepte gut an. Das Diakoniewerk OÖ ist auf die Begleitung von ASS spezialisiert, davon profitiert Sarah sehr. Und es ist, wie es ist. Mit oder ohne Autismus-Diagnose – wir sind froh, dass Sarah so gut begleitet wird.

 

Was hilft Sarah in der Betreuung?

 

Sarah helfen klare Strukturen, Bezugspersonen und einstudierte Rituale. Sie hat mit ihren Therapeutinnen Begrüßungsphrasen entwickelt, die ihr Sicherheit geben. Sie weiß dann, wo sie ist und dass sie ihrem Umfeld vertrauen kann.
Außerdem arbeiten wir viel mit Bildern, ein Ergebnis des „TEACCH-Ansatzes“, der bei Sarah sehr gut wirkt. Damit und mit eigenen Liedern bereiten wir Sarah auf einen Ortswechsel, auf die Schule oder auf eine Therapie vor.

 

Wie geht es nach der Schule weiter? Was wünscht sich Sarah? Was wünschen Sie sich für Sarah?

 

Sarah geht in die Martin-Boos-Schule in Gallneukirchen, danach hoffen wir, dass sie in einem Werkstätten-Angebot im Diakoniewerk einen Arbeitsplatz bekommt. Ich wünsche mir für sie, dass sie eine Umgebung findet, in der sie sich sicher fühlt. Die Nachmittage verbringt sie zu Hause, ich bin an ihrer Seite. Sarah war ein Wunschkind!

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